Geschichte der Deutsch-Britischen Gesellschaft

Gründung im Nachkriegsdeutschland

Die Deutsch-Englische Gesellschaft wurde im Jahr 1949 auf Initiative von Lilo Milchsack und weiteren sechs engagierten Düsseldorfer Bürgern gegründet. Ihr Ziel war es, die Beziehung zu den Nachbarvölkern wieder herstellen, Deutschland in den Kreis der westlichen Demokratien zurückzuführen und ein respektvolles Verhältnis zum ehemaligen Kriegsgegner aufzubauen.

  1. Schreiben Lilo Milchsacks an den Regierungspräsidenten 13.12.1949.

Gründungsmitglieder neben Lilo Milchsack

  1. Theo Albeck (in Düsseldorf in der Erwachsenenbildung)
  2. Anne Franken (Oberstudiendirektorin in Düsseldorf)
  3. Prof. Dr. Haas (Lehrer an der PH Essen)
  4. Prof. Dr. Emil Lehnartz (Medizinprofessor in Münster)
  5. Georg Muche (Direktor der Kunsthochschule Krefeld)
  6. Dr. Dietrich Stein (Rechtsanwalt, Düsseldorf)

Die ersten Königswinter Konferenzen

Lilo Milchsack und Robert Birl Die Familie Milchsack war während des Dritten Reiches in der „inneren Emigration“ gewesen, so war es leicht für sie, gute Beziehungen zur britischen Besatzungsbehörde aufzubauen, besonders zu Sir Robert Birley, dem Educational Adviser der Militärregierung. Diese guten Beziehungen ermöglichten es ihnen, 1950 die ersten Deutsch-Englischen Gespräche in Königswinter zu organisieren. Die Militärregierung hatte geholfen, geeignete Kontakte in Großbritannien zu vermitteln, darunter Parlamentarier, Regierungsbeamte, Akademiker, Geschäftsleute, Industrielle und Kulturschaffende.

Die Königswinter Konferenz wurde zu einer alljährlichen Einrichtung. In den 1960er Jahren fand sie das erste Mal in Großbritannien statt, seit 1975 wird sie regelmäßig abwechselnd in Deutschland und Großbritannien organisiert. Sie entwickelte sich zu einem hochkarätigen Forum mit Entscheidungsträgern aus beiden Ländern. Sie ist bis heute das zentrale Projekt der Deutsch-Britischen Gesellschaft. Mehr zur Königswinter Konferenz.


Im Jahr 1959 gab es 14 regionale Gruppen

Englischsprachige Vorträge in Düsseldorf und anderen Städten

Parallel dazu entwickelte sich ein weiterer Zweig von Aktivitäten: bundesweit öffentliche Vorträge und Diskussionen von und mit Briten anzubieten und damit die deutsch-englische Verständigung in breite Teile der Bevölkerung hineinzutragen. Das Bedürfnis nach interkulturellem Austausch war groß, nachdem Deutschland jahrelang von internationalen Einflüssen abgeschnitten gewesen war. Die Themen der Königswinter Konferenzen betrafen ja das aktuelle Weltgeschehen und waren somit für viele politisch interessierte Menschen relevant. Es bot sich an, geeignete Konferenz-Teilnehmer zu bitten, Themen aus ihrem Spezialgebiet vor einem breiteren Publikum zu referieren, was viele gerne taten.

Plakat Deutsch-Englische Gesellschaft von 1967 Es zeigte sich, dass die Strukturen, die in Düsseldorf geschaffen worden waren, auch in anderen Teilen Deutschlands auf Resonanz stoßen würden. Viele interessierte Anglophile waren bereit, sich für die deutsch-englische Verständigung zu engagieren. Unter der Regie der Hauptgeschäftsstelle in Düsseldorf (später in Bonn, heute in Berlin) bildeten sich viele regionale Gruppen. Heute gibt es 13 Netzwerke in ganz Deutschland. In den letzten Jahren konnten bundesweit ca. 120 Veranstaltungen jährlich angeboten werden.

2001 beschloss die Mitgliederversammlung die Umbenennung von Deutsch-Englische in Deutsch-Britische Gesellschaft, um der geänderten Verfassungswirklichkeit in Großbritannien Rechnung zu tragen.

Auf unserer Zeitleiste finden Sie einige Meilensteine in der Geschichte der Deutsch-Britischen Gesellschaft.

Unter Veröffentlichungen finden Sie alle Redner seit 1949, die Konferenzberichte der letzten Jahre und andere wichtige Dokumente zur Geschichte der Gesellschaft. (Cornelia Neumann)